und meinen Blick auf KI

Als promovierte Musikwissenschaftlerin fühle ich mich auch in der Informatik zu Hause: Angeregt durch ein aus purer Neugier besuchtes Seminar über „Grundlagen maschinellen Sprachverstehens“ bei Prof. Dr. Wolfgang Wahlster – später ein führender deutscher KI-Forscher – während einer Sommerakademie der Studienstiftung des deutschen Volkes habe ich Mitte der 1990er Jahre an der Universität Hamburg Informatik im Nebenfach studiert. Seitdem interessiere ich mich besonders für Mensch-Maschine-Interaktionen in natürlicher Sprache. Vor der Geburt unserer Töchter war ich als Projektmanagerin für „Dialogdesign“ in einem Hannoveraner IT-Unternehmen tätig (HFN Medien GmbH). Damals plante man noch komplette Dialoge zwischen Kunde und automatischem Supportsystem in allen denkbaren Strukturverästelungen durch, indem man sämtliche Antwortmöglichkeiten vorausdachte und feste, wenn auch vom Gesprächsverlauf abhängige Verarbeitungswege für die Programmierung bestimmte. Zwanzig Jahre sind vergangen, und die Entwicklung der (generativen) Künstlichen Intelligenz hat den ganzen Sektor revolutioniert!
Die generative Künstliche Intelligenz – also die KI, die Inhalte erzeugt, z.B. Texte und Bilder – ist eine faszinierende Welt, die ich in einer Mischung aus Begeisterung und Vorsicht betrachte. In Online-Kursen überwiegend amerikanischer Universitäten (Vanderbilt, Stanford, Michigan u.a.) habe ich mich in den letzten Jahren intensiv im KI-Bereich fortgebildet. Bei aller eigenen Faszination über das, was ChatGPT, Gemini, Perplexity oder andere Tools leisten können, bereitet es mir allerdings auch Sorge, mit welcher Geschwindigkeit und in welchem Umfang diese Systeme überall genutzt werden, meist ohne ausreichendes Bewusstsein für die zugrundeliegenden Mechanismen und die Konsequenzen. Dieser etwas ambivalente Blick ist fraglos durch meine Perspektive als Geisteswissenschaftlerin mitbestimmt, die das „cognitive offloading“ mit Unbehagen beobachtet.
Niemand bezweifelt ernsthaft, dass Künstliche Intelligenz weiter an Bedeutung gewinnen wird, die Dynamik in diesem Bereich ist geradezu ungeheuerlich. Umso wichtiger ist es, eine Basiskompetenz zu entwickeln und besser zu verstehen, womit wir da eigentlich zu tun haben. Ein kompetenter und verantwortlicher Umgang mit KI schützt am besten vor deren unleugbaren Risiken und öffnet den Weg, das frappierende Potential umfassend zu nutzen – angstfrei, aber eben mit Bedacht. Das gilt für den Einzelnen ebenso wie für die Gesellschaft insgesamt.
Mein Anliegen mit dieser Website ist es, KI verständlich zu erklären und so einen kleinen Beitrag dazu zu leisten, dass sich fundierte KI-Kenntnisse unter interessierten Laien weiter verbreiten – und zwar im Teilbereich der Conversational AI (also der Dialogsysteme wie ChatGPT), der längst in unserem Alltag angekommen ist.
